Klassische Massage
In Zeiten der Hektik und Technisierung sehnt
sich der Mensch nach Berührung, Wärme und tiefer Entspannung.
Jede Form der Massage bietet ihm auf körperlicher und seelischer
Ebene eine intensive, revitalisierende und gleichzeitig wohltuend beruhigende
Auszeit vom Stress und den Belastungen des Alltags und befreit ihn von
tiefliegenden Verspannungen und den oft damit verbundenen Schmerzzuständen
und anderen Beschwerdebildern.
Das Massieren ist eine Jahrtausende alte Technik
zur Vorbeugung und Behandlung von Beschwerden und Erkrankungen im Bereich
des Bewegungsapparats. Mit Hilfe bestimmter Massagetechniken können
aber auch erkrankte innere Organe günstig beeinflusst werden. Die
klassische Massage ist die bekannteste und am weitesten verbreitete
Massageform. Sie wird auch «schwedische Massage» genannt,
da ihre Technik um die Jahrhundertwende vom schwedischen Studenten Henri
Peter Ling entwickelt worden ist.
Die klassische Massage besteht aus vier verschiedenen
Techniken, die nacheinander durchgeführt werden:
1. Effleurage (Streichung)
Sanfte, leichte Massage parallel zum Verlauf der Muskelfasern. Die Streichbewegung
erfolgt meistens in Richtung Herzen. Mit der Streichung nimmt der Maßneur
Kontakt mit der zu behandelnden Person auf und erspürt Verspannungen
oder Verhärtungen.
2. Petrissage (Knetung)
Beim Kneten werden die Muskeln gegeneinander geschoben und dabei gedehnt.
Die Knetung erfolgt jeweils in beide Verlaufsrichtungen des Muskels.
Sie dient im wesentlichen der vermehrten Durchblutung der Muskulatur
und dem Lösen von Verspannungen.
3. Friktion (Reibung)
Bei der Reibung macht der Maßneur kreisende Bewegungen mit den
Daumen und den Fingerkuppen in die Tiefe der Muskulatur. Die Reibungen
dienen dazu, sogenannte Myogelosen aufzuheben. Dies sind fühlbare,
harte Knoten im Muskelgewebe.
4. Tapotement (Klopfen, Klatschen)
Durch leichtes Schlagen, Klopfen oder Klatschen mit lockerer Hand wird
die Durchblutung der Muskulatur in der Tiefe gefördert. Gleichzeitig
regt diese Massagetechnik das Nervensystem an.
Die Massage eignet sich für alle Menschen,
sei es nach sportlicher Aktivität oder zur Entspannung. Besonders
empfehlenswert ist die Rücken- und Nackenmassage. Dieser Schlüsselpunkt
der aufrechten Haltung ist meist mehr oder weniger schmerzhaft verspannt.
Die Massage ist eine mechanische und thermische Einwirkung auf die Haut
und die Unterhaut, die Muskulatur, den Blutkreislauf und das Lymphgefäß
- System. Durch die spezifische Wahl der Griffanwendungen werden folgende
Effekte erzielt:
• Verbesserung der Sauerstoffaufnahme
• Aufnahme von Nährstoffen
• vermehrte Ausscheidung von Kohlendioxyd und Schlackenstoffen.
Der Muskel wird nicht nur leistungsfähiger, sondern neigt bei normaler,
ausgeglichener Belastung auch weniger zu erneuter Verspannung. Die Normalfunktion
ist leicht durch Einseitigkeit und Überbeanspruchung (oftmals berufsbedingt)
zu stören. Deshalb wird eine regelmäßige Massage zur
Vorbeugung empfohlen.
Die Wirkung im Einzelnen Auf die Haut
Ein Teil der obersten, abgestorbenen Zell-Lagen der Epidermis (Oberhaut)
wird abgerieben. Dadurch werden die Hautporen freigelegt und können
ihre Aufgabe besser erfüllen. Die Dehnbarkeit und Elastizität
der Haut werden verbessert, die Haut wird geschmeidiger, da die Aktivität
der Talgdrüsen reguliert wird. Durch die reibungsbedingte Temperaturerhöhung
(Rötung) wird der ganze Stoffwechsel der Haut verbessert. Auf das
Depotfett der Unterhaut hat die Massage kaum einen Einfluss, eine Gewichtsabnahme
ist nicht möglich.
Auf den Blutkreislauf
Die Massage wirkt auf die äußeren Venen. Der Rückfluss
des Blutes zum Herz wird unterstützt. So kann die Massage kombiniert
mit Gymnastik und Schwimmen o. ä. eine vorbeugende Wirkung gegen
Krampfadern haben.
Auf die Muskulatur
Durch die Massage wird die Blutzirkulation in der Muskulatur verbessert.
Verspannungen wirken auf den Bluttransport stark hinderlich. Dadurch
wird die Sauerstoffversorgung in der betroffenen Muskulatur mangelhaft.
Nebst der Veränderung der Durchblutung spielt die massagebedingte
Beeinflussung der Muskelspannung selbst eine große Rolle.
Auf Gelenke, Bänder, Sehnen
Die dicht am Gelenk endenden, zahlreichen Sehnen und Bänder werden
durch die Förderung ihrer Umblutung günstig beeinflusst. Die
hier häufig auftretenden Stoffwechselschlacken und Ablagerungen
werden durch die Massage größtenteils beseitigt.
Auf das Bindegewebe
Da das Bindegewebe zwischen der Haut und der Muskulatur liegt, wird
es von der Massage stark beeinflusst. Es verschiebt und löst sich
gegenüber der Muskelfaszie, dies verbessert die Durchblutung und
begünstigt den Stoffwechsel.
Auf die Lymphgefässe
Durch das Herzwärtstreiben der Lymphe entsteht wie auch bei den
Venen eine Sogwirkung. Hier hat die Massage sicher eine anregende Wirkung
auf den Abtransport des sich während des Tages angesammelten Wassers
in den Beinen. |